Das 1x1 der Warnmeldertechnik

Der Einsatz von Rauchwarnmeldern zur Frühwarnung bei Wohnungsbränden hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen. Nahezu alle Bundesländer haben ihre Landesbauordnung dahin gehend geändert, dass die Aus- und Nachrüstung von Wohngebäuden und anderen Wohneinrichtungen mit Rauchwarnmeldern gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die Richtlinien für eine ordnungsgemäße Installation und Wartung von Rauchwarnmeldern sind in der sogenannten Anwendungsnorm DIN 14676 festgelegt. Die Einhaltung der DIN-Vorschriften ist Voraussetzung für eine fachgerechte und rechtlich einwandfreie Installation und den sicheren Betrieb der kleinen Lebensretter.

Rauchmelder und Rauchwarnmelder - wo ist da der Unterschied?
Der Begriff „Rauchmelder“ ist der eingebürgerte Begriff zum Beschreiben eines Geräts, das Rauch erkennt und Menschen in der nahen Umgebung alarmiert. Um Verwechslungen mit Rauchdetektoren in Brandmeldeanlagen zu vermeiden, lautet die richtige Bezeichnung bei der Nutzung im Haushaltsgebrauch „Rauchwarnmelder“.

Wohnungsbrände in Deutschland:• Jedes Jahr sterben ca. 500 Menschen durch Brände – die meisten davon in ihren eigenen vier Wänden.
• Über 70 Prozent der Brände ereignen sich nachts.
• Rauch und giftige Gase lassen die Schlafenden in eine tiefe Bewusstlosigkeit fallen.
• Etwa 95 Prozent der Todesfälle sind auf eine Rauchvergiftung zurückzuführen.
• Sobald ein Schwelbrand in offenes Feuer übergeht, können sich die Flammen mit rasender Geschwindigkeit ausbreiten.
• Oft bleiben keine zwei Minuten zur Flucht.

Trotz dieser Fakten sind in Deutschland immer noch nicht alle privat genutzten Gebäude mit Rauchwarnmeldern ausgestattet.

 

Was muss ich wann wie installieren?
Die Installation von Rauchwarnmeldern ist in Deutschland nahezu flächendeckend in den Landesbauordnungen der Bundesländer festgeschrieben. Die typische Formulierung dafür lautet:
„In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.“ In den meisten Bundesländern müssen nicht nur neu errichtete, sondern auch bestehende Wohnungen innerhalb einer bestimmten Frist mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Die Landesbauordnungen richten sich an die Eigentümer von Wohnungen und Wohngebäuden. Sie sind für die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen verantwortlich und müssen sicherstellen, dass:

1. eine ausreichende Anzahl von Rauchwarnmeldern eingebaut wird und
2. dass die eingebauten Rauchwarnmelder dauerhaft funktionieren.

 

Woran erkenne ich einen guten Rauchmelder?
Damit Verbraucher einen Qualitäts-Rauchwarnmelder leichter erkennen können, wurde 2012 das freiwillige Prüfsiegel „Q“ eingeführt. Dieser Qualitätsstandard ist europaweit einzigartig und gilt ausschließlich für 10-Jahres- Rauchwarnmelder. Die Bedingungen leiten sich aus der vfdb-Richtlinie 14-01 (Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungsmerkmale für Rauchwarnmelder) ab und beziehen sich auf Kriterien wie EMV (elektromagnetische Abschirmung), Batteriekapazität und Korrosion. Die Zertifizierung erfolgt durch ein unabhängiges Prüfinstitut wie z. B. VdS.

Alle aktuellen 10-Jahres-Rauchwarnmelder von Ei Electronics sind gemäß VdS 3131 und vfdb-Richtlinie 14-01 geprüft und tragen das Q-Qualitätszeichen.

 

Welche Warnmelder gibt es in Deutschland?

Optische Rauchwarnmelder:

In Deutschland dürfen nur optische Rauchwarnmelder verkauft und installiert werden. Sie sind besonders wirksam bei der Detektion von Schwelbränden, wie sie im Wohnungsumfeld häufig auftreten. Bei einem optischen Rauchwarnmelder wird ein Infrarotlichtstrahl in regelmäßigen Abständen durch die Rauchkammer gesendet. Sammeln sich dort Rauchpartikel, wird der Infrarotlichtstrahl gestreut. Dieses Licht trifft auf einen Fotodioden-Empfänger, der die Melder-Elektronik aktiviert und den Alarm auslöst.

Hitzewarnmelder:

Ein Hitzewarnmelder enthält einen hitzeempfindlichen Widerstand in Form eines Thermistor-Sensors. Wird der festgelegte Schwellenwert von 58 °C überschritten, löst der Hitzewarnmelder Alarm aus. Hitzewarnmelder werden in Räumen eingesetzt, die für Rauchwarnmelder ungeeignet sind bzw. in denen nutzungsbedingt mit Emissionen zu rechnen ist, wie z. B. in Küchen oder Garagen.

 

Welche Arten der Stromversorgung gibt es bei Warnmeldern?

Batteriebetriebene Rauchwarnmelder mit austauschbarer 9-Volt-Batterie:
Einfache 9-Volt-Rauchwarnmelder sind günstig in der Anschaffung, leicht zu installieren und entsprechen der DIN-Norm. Im Alltag können sie allerdings erhebliche Nachteile haben: So werden in diesem Segment besonders viele günstige Geräte angeboten. Diese neigen aufgrund schlechter Verarbeitungsqualität zu häufigen Störungsmeldungen. Um die Fehlalarme abzustellen, müssen die Bewohner die Batterie der Rauchwarnmelder entfernen. Da aber häufig vergessen wird, diese wieder einzusetzen, besteht die Gefahr, dass ein Rauchwarnmelder im Gefahrfall nicht mehr betriebsbereit ist. Darüber hinaus ist zu beachten, dass eine normale 9-Volt-Batterie ungefähr ein Jahr lang hält, dann muss sie gewechselt werden, um die geforderte Betriebsbereitschaft zu gewährleisten. Jeder Batteriewechsel ist mit Aufwand und Kosten verbunden.

Rauchwarnmelder mit 10-Jahres-Batterie:
Rauchwarnmelder mit fest eingebauter 10-Jahres-Batterie werden von Experten und unabhängigen Institutionen empfohlen, insbesondere wenn es um die Nachrüstung von Rauchwarnmeldern in bereits bestehenden Wohnungen geht. Die Batterien halten mindestens 10 Jahre und können nicht entfernt werden, sodass die Rauchwarnmelder immer betriebsbereit sind. Das aufwendige Wechseln der Batterie entfällt.

230-Volt-Rauchwarnmelder mit austauschbarer Batterie zur Notstromversorgung:
Für 230-Volt- bzw. netzbetriebene Rauchwarnmelder verlangt die DIN 14676 eine Notstromversorgung mittels Batterie. Bei einem Stromausfall liefert eine 9-Volt-Batterie noch bis zu mindestens sechs Monate Notstrom. Wenn die Batterie entladen ist, muss eine neue eingesetzt werden, um die Notstromversorgung sicherzustellen.


230-Volt Rauchwarnmelder mit selbstaufladendenAkkus zur Notstromversorgung:
Es werden außerdem 230-Volt-Rauchwarnmelder mit selbstaufladenden Akkus und einer Lebensdauer von zehn Jahren angeboten. Bei Bedarf liefern diese Akkus Notstrom für bis zu sechs Monate. Die Akkus werden bereits bei der Produktion in das Gehäuse des Rauchwarnmelders eingebaut und sind daher gegen unbefugte Eingriffe gesichert. Eine duale Stromversorgung von Rauchwarnmeldern bietet logischerweise mehr Sicherheit, denn zwei unabhängig voneinander arbeitende Systeme (Batterie und Netzbetrieb) für ein und dieselbe Funktionseinheit sind grundsätzlich besser als ein einzelnes.

 

Vernetzbare Funkwarnmelder:
Ein vernetzungsfähiger Rauchwarnmelder ist ein Rauchwarnmelder, der seine Warnung an alle mit ihm verbundenen Rauchwarnmelder und/oder an eine zentrale Stelle zur zusätzlichen Alarmierung übermitteln kann. Früherkennung und frühzeitige Warnung sind unbedingt nötig, damit alle Bewohner einer Wohnung so früh wie möglich auf einen Brand aufmerksam gemacht werden und fliehen können. Diese Möglichkeit ist vor allem nachts wichtig.

 

Drahtvernetzbare Rauchmelder:
Bei Neubauten kann eine Vernetzung bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Batteriebetriebene Rauchwarnmelder mit Option zur Drahtvernetzung können einfach per Kabel verbunden werden. Dazu sollte eine Zwei-Ader-Kabelinstallation verlegt werden, die sämtliche Stellen abdeckt, an denen die Rauchwarnmelder montiert werden sollen.

2. 230 -Volt-Rauchwarnmelder werden über die hauseigene Stromleitung mit Energie versorgt und sind dadurch permanent betriebsbereit. Bei Ei Electronics Rauchwarnmeldern z.B. erfolgt der Anschluss an die 230 -Volt-Netzleitung über die Montageplatte. Eine Vernetzungsader und die stromführende Leitung bilden die Vernetzung. Durch einfaches Aufschieben des Melders auf die Montageplatte wird der Spannungskontakt hergestellt.

 

 

Kohlenmonoxidwarnmelder:
Kohlenmonoxid (CO) ist ein unsichtbares, geruchloses und äußerst giftiges Gas. Es entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe –und zwar umso mehr, je weniger Sauerstoff zugeführt wird (z.B. durch versperrte Zu- und Abluftwege, unsachgemäße Anwendung oder defekte Geräte).

Im häuslichen Umfeld kann Kohlemonoxid überall dort entstehen, wo eine Feuerstätte mit kohlenstoffhaltigen Brennstoffen betrieben wird, wie z. B.: Gas-, Öl-, Brikett- oder Pelletheizung Kamin- oder Kohleofen Offener Kamin Gasherd, Gasboiler. Atmet der Mensch eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration ein, kommt es schnell zu einem Sauerstoffmangel im Blut. Schon geringe Mengen bewirken irreversible Herz- und Hirnschäden, größere Mengen führen innerhalb weniger Minuten zum Tod.

Wie funktioniert ein Kohlenmonoxidwarnmelder?
Kohlenmonoxidwarnmelder besitzen einen elektrochemischen Sensor, der den Kohlenmonoxidgehalt der Luft in regelmäßigen Abständen überprüft. Sobald die Kohlenmonoxidkonzentration über 43 ppm liegt, lösen z.B. die Ei Electronics Warnmelder einen 85 dB(A) lauten Alarm aus. Sinkt der kritische Wert wieder – z. B. durch ausgiebiges Lüften – wird der Alarm automatisch zurückgesetzt.

Quelle: Ei Electronics
Weitere Informationen finden Sie auch in der aktuellen Infobroschüre "Grundlagenwissen Rauchwarnmelder" von Ei Electronics.